Aktuelles

Hemmstoffe in der Milch - Vorbeuge und Vermeidung

Die neue Beratungsunterlage „Hemmstoffe in der Milch – Vorbeuge und Vermeidung“, bestehend aus einem DIN A0 Plakat und einer dazugehörigen Begleitbroschüre, bietet praxistaugliche Ansätze für den Umgang mit Hemmstoffmilch und hemmstoffhaltigen Präparaten. Das Thema wird hier in fünf Kategorien – Gefahrenquellen für den Eintrag, Kühe behandeln, behandelte Kühe melken, Geräte und Melkanlagen und Umgang mit Hemmstoffmilch – gegliedert.

 

Das Plakat:

Das Plakat ist dazu gedacht, direkt im Melkstand oder in der Milchkammer gut sichtbar angebracht zu werden. In aller Kürze und übersichtlich werden die wichtigsten Punkte für den Umgang mit Hemmstoffmilch und Gefahrenquellen für den Eintrag von Hemmstoffen in die Milch dargestellt.

Von der Behandlung der Kuh – über die Milchgewinnung – bis zur fachgerechten Entsorgung von hemmstoffbelasteter Milch werden Lösungsansätze geboten. Die wichtigsten Informationen sind rasch ersichtlich und gut verständlich. Aus diesem Zweck werden die oben beschriebenen fünf Kategorien in einen informativen Teil und in Handlungsempfehlungen unterteilt. Der informative Teil beschreibt Fakten, wie die mögliche, diskontinuierliche Ausscheidung von Hemmstoffen, während die Umsetzungsempfehlungen einen praktischen Leitfaden zur Hemmstoffvermeidung darstellen. Der informative Teil bietet somit das „Warum?“ zum „Wie?“.

 

Die Begleitbroschüre:

Die Begleitbroschüre erläutert die einzelnen Rubriken des Plakates mit mehr Details. Zusätzlich bietet sie noch allgemeine Grundlagen und Tipps, auch für Bio- und Melkroboterbetriebe, sowie Informationen über die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammern.

Die Beratungsunterlage wird von den in NÖ tätigen Molkereien ihren Milchlieferanten flächendeckend zugestellt. Bei Bedarf ist eine Anforderung im Milchreferat der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer möglich. E-Mail: milch@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 23300.

 

Milchpur – das Magazin des Milchprüfring geht online

Seit dem 24. Januar können sich Milcherzeuger über ein neues Informationsangebot freuen: das Internetportal www.milchpur.de ist online. Milchpur wurde um das neue umfassende Fachthemenportal für Milcherzeuger erweitert und wird auch künftig stetig weiter entwickelt.

Längst hat die Digitalisierung Einzug auch in die Landwirtschaft gehalten. PC, Smartphone und Tablet sind fester Bestandteil des Arbeitsalltags in einem Milcherzeugerbetrieb. Ob automatisierte Technologien, intelligente Roboter für die Tierhaltung oder Smart Farming. Milchpur nimmt diese Entwicklung auf und öffnet sich für die digitale Welt. Mit der Online-Präsenz wird das Informationsangebot erweitert und ständig weiterentwickelt. Dadurch ist Milchpur näher an der Basis – zeitlich näher am Geschehen und somit näher beim Landwirt.

Milchpur setzt auf gute Zusammenarbeit und Vernetzung. Mit aktuell vier Partnern (Milchprüfring Bayern e.V., LKV Bayern e.V., Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. und der AFEMA e.V.) bietet das Portal viele Fachinformationen rund um die Milchwirtschaft – von der Futtererzeugung bis zum fertigen Produkt für den Handel und dies direkt dargestellt von Fachexperten. Aber auch Informationen zu den Milchmärkten sind auf milchpur.de zu haben – jeden Mittwoch neu der Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käsebörse.

Unter der Rubrik MilchLeben findet sich jede Menge Buntes rund um das Leben auf dem Hof. Milchpur ist im gesamten deutschsprachigen Raum kostenlos erreichbar, auch unter www.milchpur.at und www.milchpur.ch. Ein wöchentlicher Newsletter ergänzt das Angebot und informiert über die Neuigkeiten in verschiedenen Rubriken.

 

Über Milchpur und die Milchpur Medien GmbH
Im Herbst 2002 ist die erste Ausgabe von Milchpur, dem Magazin des Milchprüfring Bayern e.V. erschienen. Mittlerweile wurden 66 Hefte produziert und kostenfrei an alle Milcherzeuger in Bayern sowie viele Fachleute rund um die Milchproduktion verteilt. Das Magazin Milchpur ist fester Bestandteil des Informationsangebotes für Milcherzeuger und die gesamte Branche geworden.

Die Milchpur Medien GmbH wurde 2018 gegründet und betreibt das Internetportal www.milchpur.de. Dazu arbeitet sie redaktionell mit verschiedenen Fachpartnern zusammen, welche fundierte Informationen zu Gesundheit, Hygiene, Beratung und Technik für die Milcherzeuger aus dem ganzen Alpenraum liefern.

Bakteriologische Milchuntersuchung

Um Zellzahlerhöhungen und Mastitis gezielt zu bekämpfen stehen dem milchwirtschaftlichen Betrieb verschiedene Mittel zur Verfügung. Ein wichtiges Instrument ist und bleibt die bakteriologische Milchuntersuchung. Die Analyse von Viertelgemelksproben ist in Niederösterreichs Milchviehbetrieben keine Seltenheit mehr. Vielmehr ist es bei vielen Milchproduzenten schon eher zur Regel geworden, dass eine Milchprobe gezogen wird. Das geschieht entweder bei einer Veränderung der Milch (z. B. Färbung oder Flocken in der Milch), einer signifikanten Zellzahlerhöhung in der Laktation oder zum Trockenstellen. Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung liefern Tierhaltern und dem Hoftierarzt wichtige Informationen für das weitere Vorgehen bei Zellzahlerhöhungen.

Manchmal kommt es jedoch vor, dass man lange auf einen Befund warten muss, bzw. der Befund nicht zufriedenstellend ist. Da steht dann „kein Erreger nachweisbar“, oder „Mischkultur“. Die Verantwortlichen im Labor können nur das Beste aus der Probe machen, die sie auf den Tisch bekommen. Damit sie schnell ein verwertbares Ergebnis liefern können, muss beim Weg bis zur Analyse alles gepasst haben. Damit sich der große Arbeitsaufwand einer BU-Probe möglichst auszahlt, indem man verwertbare Befunde rasch erhält, können diese Tipps helfen:

 

1. Die Milchprobe richtig ziehen:

Die potenziell mit Erregern belastete Milch im entzündeten Euter muss ohne Schmutz – und damit Erregereintrag – von außen in die dafür vorgesehenen Proberöhrchen gelangen. Dazu geht man am besten so vor:

  • a) Euter putzen

Es leuchtet ein, dass für eine saubere Milchprobe ein sauberes Euter notwendig ist. Vorsicht jedoch bei stark verschmutzten Eutern, die mittels Euterbrause gereinigt werden. Diese müssen unbedingt nachgetrocknet werden, damit sich das verschmutze Waschwasser nicht an der Zitzenspitze sammelt.

b) Vormelken

Beim Vormelken – in einen Vormelkbecher – wird die oft stark mit verschiedenen Erregern belastete Milch aus der Zitzenzisterne abgemolken. Bei einer BU will man nur gezielt jenen Keim finden, der im Euter Probleme bereitet.

  • c) Schalmtest  
  •    Die Schalmtestergebnisse sind im Probenbegleitschreiben einzutragen und geben einen ersten Hinweis auf die Zellzahl im betreffenden Viertel.
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  • d) Reinigen und desinfizieren der Zitzenspitze

Auch wenn der Strich optisch sehr sauber wirkt, können noch Keime, die das BU-Ergebnis verfälschen könnten, daran anhaften. Deswegen muss die Zitzenspitze vor der Entnahme der Milchprobe mit den beiliegenden Alkoholtüchlein desinfiziert werden. Dazu beginnt man damit, die am weitesten entfernte Zitze (hinten links oder hinten rechts) an der Spitze und rund um die Strichkanalöffnung mit dem Desinfektionstuch abzutupfen und abzureiben. Man beginnt hinten, um nicht beim Desinfizieren einer der anderen Zitzen die bereits reine mit der eigenen Hand oder dem Ärmel wieder zu verunreinigen. Kommt es zu Verunreinigungen beim Probeziehen, können Schmutzkeime von außen den eigentlichen „Übeltäter“ bei der Untersuchung im Labor überdecken. Diese Befunde müssen dann als „Mischkultur“ bewertet werden. Uneindeutige Ergebnisse können u.U. auch die Zeit bis zu einem Befund verlängern.

  1. e) Ziehen der Probe

Am besten werden Handschuhe getragen oder die Hände desinfiziert. Beim Ziehen der Probe wird zuerst jene Zitze genommen, die zuletzt desinfiziert wurde, aus dem gleichen Grund wie bereits beschrieben. Die farblich markierten Proberöhrchen sind bis zu ihrer Verwendung verschlossen zu halten, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Der Deckel soll deswegen nicht irgendwo im Stall oder Melkstand abgelegt werden, sondern eingeklemmt zwischen Ringfinger und kleinem Finger sicher verwahrt werden. (Foto). Das Röhrchen wird schräg unter die Zitze gehalten und einige kräftige Strahlen sollten ausreichen um es bis zur Markierung – ca. zwei Finger breit unter der Öffnung – zu füllen. Danach sind die Röhrchen zu verschließen und bis zur Übermittlung ans Labor möglichst kühl zu lagern. Wenn mehrere Proben auf einmal gezogen werden, oder keine Zeit ist, die Probe während der Melkzeit kühl zu stellen, kann man eine Kühltasche im Melkstand bereitstellen, in der die Proben zwischengelagert werden.

 

  1. f) Melken

Nun kann das Tier gemolken werden. Sollte der Schalmtest sehr stark reagiert haben, kann es nicht schaden, die Milch separiert zu melken.

2. Den richtigen Zeitpunkt für die Probe wählen:

Um die Chance auf einen raschen und befriedigenden Befund zu erhöhen ist der richtige Zeitpunkt der Probenahme wichtig. Generell sollten Milchproben vor dem Melken genommen werden und nicht die „Restmilch“ nach Abnehmen des Melkzeuges verwendet werden. Da das Bearbeiten und Bebrüten einer Probe einige Tage dauern kann, und Labors keine Wochenenddienste haben, empfiehlt es sich, dass Milchproben zu Wochenbeginn im Labor eintreffen. So ist es möglich, dass man noch in derselben Woche ein Ergebnis erhält. Kühe die trockengestellt werden sollen, kann man also gezielt beproben, am besten ca. 2 bis 3 Wochen vor dem Trockenstellen. Bei akuten Veränderungen der Milch und des Euters lässt sich die Entnahme nicht planen. Hier muss man die Probe bei Bedarf ziehen und am Probebegleitschreiben ankreuzen, dass es sich um eine akute Erkrankung handelt. Die Verantwortlichen im Labor wissen dann, dass eine solche Probe eine höhere Dringlichkeit hat, wie z. B. eine Kontrolle bei Zukauf.

3. Das Probenbegleitschreiben ausfüllen:

Das Probenbegleitschreiben ist die erste Information für die Techniker im Labor vor der Analyse. Wenn die Angaben dort auf eine Infektion hindeuten, aber im Labor kein Keim wächst, muss die Analyse wiederholt werden. Das kostet zwar Zeit, erhöht aber die Chance, ein verwertbares Ergebnis zu erhalten. Deswegen ist das gewissenhafte ausfüllen des Begleitschreibens für einen reibungslosen Ablauf einer BU notwendig.

4. Proben sicher lagern und versenden

Proberöhrchen finden auf verschiedenen Wegen in die niederösterreichischen Labors. Sehr oft werden sie den Milchsammelwagenfahrern übergeben, die diese wiederum in der Molkerei abgeben, wo sie zusammen mit den Tankmilchproben an die jeweiligen Labors verschickt werden. Man kann die Päckchen auch in der Post abgeben, oder es wird der LKV-Kontrollassistent sehr freundlich gebeten, ob man nicht mit den Milchproben eine BU-Probe mitschicken darf. Sehr dringende Fälle werden auch gerne persönlich ins Labor zur Probenannahmestelle gebracht. So oder so, eines muss bei allen Varianten gegeben sein: Die Proben müssen gekühlt sein. Die warme Milch kann sauer werden und die Bakterien könnten sich so früher oder später selbst abtöten, da manche in einem zu sauren Umfeld nicht leben wollen. Wenn die Proben also nicht gleich verschickt werden, sollten sie bis dorthin im Kühlschrank verwahrt werden. Aber Vorsicht! – Nicht zu kalt! Durch das kühle Lagern sollen eventuell vorhandene Erreger konserviert werden. Ist es Ihnen zu kalt können sie durchaus auch absterben und der Befund ist negativ. Also bitte keine Proben ins Tiefkühlfach!

Um ein verwertbares und rasches Ergebnis zu erhalten, muss man auf viele Kleinigkeiten achten. Verlässliche Befunde sind aber unumgänglich für eine gute Mastitistherapie.

 

Quelle: LK NÖ/Johanna Mandl

Leitfaden für einen Store-Check

Die Vielfalt an Milchsorten, Joghurt natur und Buttersorten in den Milchregalen überfordert so manchen Kunden. Hier hat wertschätzende Information über die Vorteile der Vielfalt, die Unterschiede der Sorten nach Wirtschaftsweise, Fettgehalt, Herkunft etc. und die Erklärung der Kennzeichnungen einzusetzen.

Das Ganze mit einer Gruppe von zwölf bis 15 Personen im nächsten Supermarkt, nicht geschäftsstörend mit Multiplikatoren und interessierten Kunden. Angst vor Vielfalt nehmen und die Innovationsleistungen unserer Molkereien herausstreichen. Angst vor Vielfalt und Kritik an den vielen Sorten sind fehl am Platz. Denn Diversifizierung belebt den Markt, Kreativität und Innovationen sind auch zu kommunizieren.

Eine Anleitung zur Vorgehensweise finden Sie unter diesem Link:

Information Store-Check.pdf

 

Masterarbeit zum Trockenstellmanagement

Im Rahmen einer Masterarbeit von Romana Berger wurde das Trockenstell-Management von niederösterreichischen Milchviehbetrieben untersucht.

Die Datenerhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Landeskontrollverband (LKV) Niederösterreich. Es wurde ein Fragebogen per E-Mail an jene 2.774 LKV-Mitglieder versandt, die eine E-Mailadresse besitzen. Das entspricht etwa 80% der insgesamt 3.479 LKV-Betriebe in Niederösterreich (LKV, 2016). Insgesamt sind 1.081 Beantwortungen online eingegangen. Die Rücklaufquote liegt somit bei beachtlichen 39%.

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage für die Praxis:

  • hjghjghjghMehr als die Hälfte der Betriebe (55%) stellt die Kühe abrupt trocken. Das abrupte Trockenstellen ist der allmählichen Methode vorzuziehen. Bei einer Milchleistung zum Zeitpunkt des Trockenstellens über 13 kg pro Kuh und Tag kann es sinnvoll sein, die allmähliche Methode anzuwenden. Energiereduzierte Fütterung vor dem Trockenstellen unterstützt die Kuh bei der Stoffwechselumstellung.
     
  • Ein Drittel der Befragten (31%) verabreicht jeder Kuh beim Trockenstellen antibiotische Trockensteller. Der Großteil der Befragten (55%) verwendet antibiotische Trockensteller selektiv und entscheidet kuhindividuell. 14% der Befragten gaben an, nie antibiotische Trockensteller zu verwenden. Sofern die Eutergesundheit der Herde in Ordnung ist, ist das generelle antibiotische Trockenstellen zu hinterfragen. Das selektive Trockenstellen ist zu bevorzugen.

  • Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55%) wählt die antibiotischen Trockensteller auf Basis einer bakteriologischen Untersuchung aus. Nur der gezielte Antibiotikaeinsatz nach einem Erregernachweis (Bakteriologische Milchuntersuchung) kann beim Trockenstellen empfohlen werden.
     
  • Nur 12% der Befragten verwenden regelmäßig interne Zitzenversiegler. Die Befragung hat gezeigt, dass Zitzenversiegler zwar selten, aber vielfach falsch appliziert werden (64%). Interne Zitzenversiegler verhindern das Eindringen von Mastitiserregern in die Zitzen während der Trockenstehzeit und verringern die Gefahr für Neuinfektionen. Zitzenversiegler können bei gesunden Eutern mit schlechtem Schließmuskel anstelle von Antibiotika eingesetzt werden und bei euterkranken Kühen auch in Kombination mit antibiotischen Trockenstellern. Der interne Zitzenversiegler wird mit einem Injektor nach dem letzten Melken in die Zitze appliziert. Davor wird die Zitze mit zwei Fingern abgeklemmt. Nicht hochmassieren. Beim ersten Melken nach der Abkalbung wird die Paste wieder herausgemolken.

 

Die vollständige Masterarbeit zum Herunterladen gibt es hier: Trockenstellen_Masterthesis_Berger Romana.pdf