Aktuelles

Milchlabore Steiermark und Oberösterreich bündeln Kräfte

Am 9. Juni 2020 unterzeichneten die Verantwortlichen des Qualitätslabors St. Michael und des OÖ Milchprüfringes die Einbringungsverträge in die neue Genossenschaft Qualitätslabor Österreich eGen, welche mit 21. August 2020 im Firmenbuch eingetragen wurde.


Vor dem Hintergrund der sich ändernden Strukturen in der Land- und Milchwirtschaft und der künftigen Herausforderungen waren sich die Eigentümervertreter der beiden Labore einig, dass es notwendig ist, den wichtigen Bereich der Milchuntersuchung zukunftsfit aufzustellen. Dazu wurde Ende 2019 die Qualitätslabor Österreich eGen. gegründet, in welche die Vereine aus der Steiermark und Oberösterreich eingebracht werden.

 

Ziel ist ein modernes, hochprofessionelles, zukunftsorientiertes Labor, welches die sehr guten Serviceleistungen für die Mitglieder wie bisher erfüllt. Es soll in der Lage sein, zukünftige Anforderungen in Sachen Labortechnik zu leisten, zusätzliche neue Geschäftsfelder zu erschließen und neue Untersuchungsmöglichkeiten bzw. Notwendigkeiten zu entwickeln bzw. zu schaffen.


Vorausgegangen war eine knapp dreijährige tiefgehende und konstruktive Auseinandersetzung mit einer möglichen gemeinsamen Zukunft. Dazu wurde u.a. eine Studie erstellt, um eine objektive Grundlage für eine Bewertung zu haben. Die Studie zeigt neben der hohen Qualität der bisherigen Tätigkeit einige Optimierungs- und Synergiepotentiale durch die Zusammenführung auf. Beide Laborbetriebe sind wirtschaftlich gesund. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den notwendigen Eck- und Rahmenpunkten, die die Ausgangsbasis für die weiteren Schritte sind. Begleitet wird dieser Strukturprozess von den Raiffeisenverbänden Steiermark und Oberösterreich. In den nächsten Jahren ist ein Neubau an einem zentralen Standort in OÖ geplant. Bis dahin wird die Arbeit der beiden akkreditierten Laborstandorte in St. Michael und Ried weitergeführt.


Das Einzugsgebiet der beiden Labore umfasst im Bereich der Milchgüteproben für die Milchverarbeitenden Betriebe v.a. die Bundesländer Steiermark, Oberösterreich und Salzburg. Ein wichtiger Geschäftszweig ist die Analytik der Proben der Milchleistungskontrolle. Dies erfolgt für die Bundesländer Oberösterreich, Steiermark, Salzburg und Kärnten. Damit werden jährlich über 900.000 Tankmilchproben und über 2,1 Millionen Milchproben von Kühen gemacht.

Weitere Kompetenzen gibt es in der Trächtigkeitsuntersuchung, Lebensmittel- und Trinkwasseranalytik, sowie Synergien mit dem Labor des OÖ Tiergesundheitsdienstes, die weiterhin genutzt werden sollen.


Der neuen Genossenschaft steht Obmann Hans Schneeberger (Berglandmilch) vor. Obmann-Stellvertreter ist Ing. Andreas Täubl (LKV Steiermark). Den siebenköpfigen Vorstand ergänzen Josef Fürtbauer (Gmundner Molkerei), Jakob Karner (Obersteirische Molkerei), Robert Leitner (SalzburgMilch), Johann Loibner (Berglandmilch) und Josef Mair (LfL OÖ).
Den Aufsichtsrat leitet Leonhard Prodinger (LKV Salzburg) mit seinem Stellvertreter Hermann Schachner (Ennstalmilch) und Johann Steinmann (Berglandmilch).
Die Mitglieder der Genossenschaft sind die bisherigen Mitglieder der beiden Vereine.
Mit der Geschäftsführung sind DI Peter Stückler (LK Steiermark) und DI Michael Wöckinger (Lk Oberösterreich) betraut.

Die einstimmigen Beschlüsse unterstreichen den Mut, Willen und die Überzeugung einer zukunftsträchtigen Lösung. Die bisherige Entwicklung legt eine solide Ausgangsbasis. Nach den formalen Erfordernissen geht es jetzt an die konkrete Umsetzung.

 

© Qualitätslabor Österreich eGen

Schulmilch-Botschafterbroschüre für Seminare, Verkostungen, etc.

Im Rahmen des EU-Schulprogrammes werden die Belieferung von Schulen und Kindergärten mit Milch und Milchprodukten finanziell unterstützt. Auch Begleitmaßnahmen, wie Verkostungen, Exkursionen auf Bauernhöfen und Unterrichtsmitteln werden gefördert.

Mit den Landesverbänden der Elternvereine in den Bundesländern werden Eltern-Schulmilchbotschafter geschult und betreut.

Die neu vorliegende Schulmilch-Botschafterbroschüre eignet sich hervorragend sowohl für Seminare, Workshops, Verkostungen und Schulungen als auch für alle Eltern und Pädagoginnen für die Botschaftertätigkeit.

Der Schulmilchfolder und die Schulmilch-Botschafterbroschüre kann direkt bei den Landesverbänden und im Milchreferat der Landwirtschaftskammer NÖ kostenlos unter josef.weber@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 23300 angefordert werden.

QM-Milch: Neuer "Standard 2020" ab 1. Januar 2020

Der neue "QM-Milch-Standard 2020" wird zum 1. Januar 2020 in Kraft gesetzt. Der derzeit noch angewandte Standard 2.0 wird ohne jeglichen Übergangszeitraum zu Beginn des kommenden Jahres vom "QM-Milch-Standard 2020" abgelöst.

Die wichtigsten Änderungen für die Milcherzeuger im Überblick

Es gibt zukünftig mehr Kriterien:

  •  Ermittlung des Trächtigkeitsstatus
  •  keine haltungsbedingten Mängel/Technopathien
  •  effiziente antibiotikareduzierte Behandlung (zur Eutergesundheit)
  •  Lagerung von Arzneimittel
  •   Ordentliches Erscheinungsbild des Betriebes

 

  • Durch die zusätzlichen 5 neuen Kriterien erhöht sich die Zahl der Kriterien auf 69 (bisher 64)
  • Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 81 (bisher 72)
  • Die Mindestpunktzahl liegt zukünftig bei 61 (bisher 54)
  • Für die Mindestpunktzahl müssen zukünftig 75 Prozent der möglichen Punkte erreicht werden (bisher 72 Prozent)
  • Das Erreichen der Mindestpunktzahl ist die eine Hürde, die dem Großteil der Milcherzeuger keine Probleme bereitet
  • Zukünftig gibt es auch noch drei sogenannte Fokusbereiche (Tierschutz, Milchhygiene und "betriebliches Umfeld")
  • Auch innerhalb der Fokusbereiche muss eine Mindestpunktzahl erreicht werden
  • Wird diese erreicht, bleibt das Prüfintervall bei drei Jahren bzw. 36 Monaten (wie bisher)
  • Wird diese aber nicht erreicht, verkürzt sich das Prüfintervall auf 18 Monate
  • Von Ausnahmen abgesehen werden bei Nichterfüllung eines K.O.-Kriteriums bei der Nachkontrolle alle Kriterien nochmals geprüft
  • Die sogenannte "Unbedenklichkeitsbescheinigung" für Futtermittel läuft Ende des Jahres 2019 aus und wird dann nicht mehr akzeptiert

 

 

Nicht nur der neue Standard QM-Milch 2020 tritt mit Beginn des kommenden Jahres in Kraft. Auch die Gremien von QM-Milch e.V. werden einer notwendigen "Revision" unterzogen. Die Veränderung trifft vor allem den QM-Fachbeirat, ausgelöst vor allem durch das jüngste Angebot an den Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH). Dieser soll zukünftig als Folge der angebotenen und somit wahrscheinlichen Mitgliedschaft im QM-Milch e.V. auch für den QM-Fachbeirat maximal drei ständige Gäste benennen dürfen. Ohne vorherige Reduzierung dieses Gremiums wäre ein zielgerichtetes Arbeiten schlichtweg nicht mehr möglich gewesen. Unverändert bleibt der dreiköpfige Vorstand des Vereins, der von den Trägerverbänden DBV, DRV und MIV gestellt wird. Weitere Infos zum Vorstand und Fachbeirat finden Sie unter www.qm-milch.de/vorstand

Hemmstoffe in der Milch - Vorbeuge und Vermeidung

Die neue Beratungsunterlage „Hemmstoffe in der Milch – Vorbeuge und Vermeidung“, bestehend aus einem DIN A0 Plakat und einer dazugehörigen Begleitbroschüre, bietet praxistaugliche Ansätze für den Umgang mit Hemmstoffmilch und hemmstoffhaltigen Präparaten. Das Thema wird hier in fünf Kategorien – Gefahrenquellen für den Eintrag, Kühe behandeln, behandelte Kühe melken, Geräte und Melkanlagen und Umgang mit Hemmstoffmilch – gegliedert.

 

Das Plakat:

Das Plakat ist dazu gedacht, direkt im Melkstand oder in der Milchkammer gut sichtbar angebracht zu werden. In aller Kürze und übersichtlich werden die wichtigsten Punkte für den Umgang mit Hemmstoffmilch und Gefahrenquellen für den Eintrag von Hemmstoffen in die Milch dargestellt.

Von der Behandlung der Kuh – über die Milchgewinnung – bis zur fachgerechten Entsorgung von hemmstoffbelasteter Milch werden Lösungsansätze geboten. Die wichtigsten Informationen sind rasch ersichtlich und gut verständlich. Aus diesem Zweck werden die oben beschriebenen fünf Kategorien in einen informativen Teil und in Handlungsempfehlungen unterteilt. Der informative Teil beschreibt Fakten, wie die mögliche, diskontinuierliche Ausscheidung von Hemmstoffen, während die Umsetzungsempfehlungen einen praktischen Leitfaden zur Hemmstoffvermeidung darstellen. Der informative Teil bietet somit das „Warum?“ zum „Wie?“.

 

Die Begleitbroschüre:

Die Begleitbroschüre erläutert die einzelnen Rubriken des Plakates mit mehr Details. Zusätzlich bietet sie noch allgemeine Grundlagen und Tipps, auch für Bio- und Melkroboterbetriebe, sowie Informationen über die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammern.

Die Beratungsunterlage wird von den in NÖ tätigen Molkereien ihren Milchlieferanten flächendeckend zugestellt. Bei Bedarf ist eine Anforderung im Milchreferat der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer möglich. E-Mail: milch@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 23300.

 

Milchpur – das Magazin des Milchprüfring geht online

Seit dem 24. Januar können sich Milcherzeuger über ein neues Informationsangebot freuen: das Internetportal www.milchpur.de ist online. Milchpur wurde um das neue umfassende Fachthemenportal für Milcherzeuger erweitert und wird auch künftig stetig weiter entwickelt.

Längst hat die Digitalisierung Einzug auch in die Landwirtschaft gehalten. PC, Smartphone und Tablet sind fester Bestandteil des Arbeitsalltags in einem Milcherzeugerbetrieb. Ob automatisierte Technologien, intelligente Roboter für die Tierhaltung oder Smart Farming. Milchpur nimmt diese Entwicklung auf und öffnet sich für die digitale Welt. Mit der Online-Präsenz wird das Informationsangebot erweitert und ständig weiterentwickelt. Dadurch ist Milchpur näher an der Basis – zeitlich näher am Geschehen und somit näher beim Landwirt.

Milchpur setzt auf gute Zusammenarbeit und Vernetzung. Mit aktuell vier Partnern (Milchprüfring Bayern e.V., LKV Bayern e.V., Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. und der AFEMA e.V.) bietet das Portal viele Fachinformationen rund um die Milchwirtschaft – von der Futtererzeugung bis zum fertigen Produkt für den Handel und dies direkt dargestellt von Fachexperten. Aber auch Informationen zu den Milchmärkten sind auf milchpur.de zu haben – jeden Mittwoch neu der Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käsebörse.

Unter der Rubrik MilchLeben findet sich jede Menge Buntes rund um das Leben auf dem Hof. Milchpur ist im gesamten deutschsprachigen Raum kostenlos erreichbar, auch unter www.milchpur.at und www.milchpur.ch. Ein wöchentlicher Newsletter ergänzt das Angebot und informiert über die Neuigkeiten in verschiedenen Rubriken.

 

Über Milchpur und die Milchpur Medien GmbH
Im Herbst 2002 ist die erste Ausgabe von Milchpur, dem Magazin des Milchprüfring Bayern e.V. erschienen. Mittlerweile wurden 66 Hefte produziert und kostenfrei an alle Milcherzeuger in Bayern sowie viele Fachleute rund um die Milchproduktion verteilt. Das Magazin Milchpur ist fester Bestandteil des Informationsangebotes für Milcherzeuger und die gesamte Branche geworden.

Die Milchpur Medien GmbH wurde 2018 gegründet und betreibt das Internetportal www.milchpur.de. Dazu arbeitet sie redaktionell mit verschiedenen Fachpartnern zusammen, welche fundierte Informationen zu Gesundheit, Hygiene, Beratung und Technik für die Milcherzeuger aus dem ganzen Alpenraum liefern.

Bakteriologische Milchuntersuchung

Um Zellzahlerhöhungen und Mastitis gezielt zu bekämpfen stehen dem milchwirtschaftlichen Betrieb verschiedene Mittel zur Verfügung. Ein wichtiges Instrument ist und bleibt die bakteriologische Milchuntersuchung. Die Analyse von Viertelgemelksproben ist in Niederösterreichs Milchviehbetrieben keine Seltenheit mehr. Vielmehr ist es bei vielen Milchproduzenten schon eher zur Regel geworden, dass eine Milchprobe gezogen wird. Das geschieht entweder bei einer Veränderung der Milch (z. B. Färbung oder Flocken in der Milch), einer signifikanten Zellzahlerhöhung in der Laktation oder zum Trockenstellen. Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung liefern Tierhaltern und dem Hoftierarzt wichtige Informationen für das weitere Vorgehen bei Zellzahlerhöhungen.

Manchmal kommt es jedoch vor, dass man lange auf einen Befund warten muss, bzw. der Befund nicht zufriedenstellend ist. Da steht dann „kein Erreger nachweisbar“, oder „Mischkultur“. Die Verantwortlichen im Labor können nur das Beste aus der Probe machen, die sie auf den Tisch bekommen. Damit sie schnell ein verwertbares Ergebnis liefern können, muss beim Weg bis zur Analyse alles gepasst haben. Damit sich der große Arbeitsaufwand einer BU-Probe möglichst auszahlt, indem man verwertbare Befunde rasch erhält, können diese Tipps helfen:

 

1. Die Milchprobe richtig ziehen:

Die potenziell mit Erregern belastete Milch im entzündeten Euter muss ohne Schmutz – und damit Erregereintrag – von außen in die dafür vorgesehenen Proberöhrchen gelangen. Dazu geht man am besten so vor:

  • a) Euter putzen

Es leuchtet ein, dass für eine saubere Milchprobe ein sauberes Euter notwendig ist. Vorsicht jedoch bei stark verschmutzten Eutern, die mittels Euterbrause gereinigt werden. Diese müssen unbedingt nachgetrocknet werden, damit sich das verschmutze Waschwasser nicht an der Zitzenspitze sammelt.

b) Vormelken

Beim Vormelken – in einen Vormelkbecher – wird die oft stark mit verschiedenen Erregern belastete Milch aus der Zitzenzisterne abgemolken. Bei einer BU will man nur gezielt jenen Keim finden, der im Euter Probleme bereitet.

  • c) Schalmtest  
  •    Die Schalmtestergebnisse sind im Probenbegleitschreiben einzutragen und geben einen ersten Hinweis auf die Zellzahl im betreffenden Viertel.
  •  
  • d) Reinigen und desinfizieren der Zitzenspitze

Auch wenn der Strich optisch sehr sauber wirkt, können noch Keime, die das BU-Ergebnis verfälschen könnten, daran anhaften. Deswegen muss die Zitzenspitze vor der Entnahme der Milchprobe mit den beiliegenden Alkoholtüchlein desinfiziert werden. Dazu beginnt man damit, die am weitesten entfernte Zitze (hinten links oder hinten rechts) an der Spitze und rund um die Strichkanalöffnung mit dem Desinfektionstuch abzutupfen und abzureiben. Man beginnt hinten, um nicht beim Desinfizieren einer der anderen Zitzen die bereits reine mit der eigenen Hand oder dem Ärmel wieder zu verunreinigen. Kommt es zu Verunreinigungen beim Probeziehen, können Schmutzkeime von außen den eigentlichen „Übeltäter“ bei der Untersuchung im Labor überdecken. Diese Befunde müssen dann als „Mischkultur“ bewertet werden. Uneindeutige Ergebnisse können u.U. auch die Zeit bis zu einem Befund verlängern.

  1. e) Ziehen der Probe

Am besten werden Handschuhe getragen oder die Hände desinfiziert. Beim Ziehen der Probe wird zuerst jene Zitze genommen, die zuletzt desinfiziert wurde, aus dem gleichen Grund wie bereits beschrieben. Die farblich markierten Proberöhrchen sind bis zu ihrer Verwendung verschlossen zu halten, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Der Deckel soll deswegen nicht irgendwo im Stall oder Melkstand abgelegt werden, sondern eingeklemmt zwischen Ringfinger und kleinem Finger sicher verwahrt werden. (Foto). Das Röhrchen wird schräg unter die Zitze gehalten und einige kräftige Strahlen sollten ausreichen um es bis zur Markierung – ca. zwei Finger breit unter der Öffnung – zu füllen. Danach sind die Röhrchen zu verschließen und bis zur Übermittlung ans Labor möglichst kühl zu lagern. Wenn mehrere Proben auf einmal gezogen werden, oder keine Zeit ist, die Probe während der Melkzeit kühl zu stellen, kann man eine Kühltasche im Melkstand bereitstellen, in der die Proben zwischengelagert werden.

 

  1. f) Melken

Nun kann das Tier gemolken werden. Sollte der Schalmtest sehr stark reagiert haben, kann es nicht schaden, die Milch separiert zu melken.

2. Den richtigen Zeitpunkt für die Probe wählen:

Um die Chance auf einen raschen und befriedigenden Befund zu erhöhen ist der richtige Zeitpunkt der Probenahme wichtig. Generell sollten Milchproben vor dem Melken genommen werden und nicht die „Restmilch“ nach Abnehmen des Melkzeuges verwendet werden. Da das Bearbeiten und Bebrüten einer Probe einige Tage dauern kann, und Labors keine Wochenenddienste haben, empfiehlt es sich, dass Milchproben zu Wochenbeginn im Labor eintreffen. So ist es möglich, dass man noch in derselben Woche ein Ergebnis erhält. Kühe die trockengestellt werden sollen, kann man also gezielt beproben, am besten ca. 2 bis 3 Wochen vor dem Trockenstellen. Bei akuten Veränderungen der Milch und des Euters lässt sich die Entnahme nicht planen. Hier muss man die Probe bei Bedarf ziehen und am Probebegleitschreiben ankreuzen, dass es sich um eine akute Erkrankung handelt. Die Verantwortlichen im Labor wissen dann, dass eine solche Probe eine höhere Dringlichkeit hat, wie z. B. eine Kontrolle bei Zukauf.

3. Das Probenbegleitschreiben ausfüllen:

Das Probenbegleitschreiben ist die erste Information für die Techniker im Labor vor der Analyse. Wenn die Angaben dort auf eine Infektion hindeuten, aber im Labor kein Keim wächst, muss die Analyse wiederholt werden. Das kostet zwar Zeit, erhöht aber die Chance, ein verwertbares Ergebnis zu erhalten. Deswegen ist das gewissenhafte ausfüllen des Begleitschreibens für einen reibungslosen Ablauf einer BU notwendig.

4. Proben sicher lagern und versenden

Proberöhrchen finden auf verschiedenen Wegen in die niederösterreichischen Labors. Sehr oft werden sie den Milchsammelwagenfahrern übergeben, die diese wiederum in der Molkerei abgeben, wo sie zusammen mit den Tankmilchproben an die jeweiligen Labors verschickt werden. Man kann die Päckchen auch in der Post abgeben, oder es wird der LKV-Kontrollassistent sehr freundlich gebeten, ob man nicht mit den Milchproben eine BU-Probe mitschicken darf. Sehr dringende Fälle werden auch gerne persönlich ins Labor zur Probenannahmestelle gebracht. So oder so, eines muss bei allen Varianten gegeben sein: Die Proben müssen gekühlt sein. Die warme Milch kann sauer werden und die Bakterien könnten sich so früher oder später selbst abtöten, da manche in einem zu sauren Umfeld nicht leben wollen. Wenn die Proben also nicht gleich verschickt werden, sollten sie bis dorthin im Kühlschrank verwahrt werden. Aber Vorsicht! – Nicht zu kalt! Durch das kühle Lagern sollen eventuell vorhandene Erreger konserviert werden. Ist es Ihnen zu kalt können sie durchaus auch absterben und der Befund ist negativ. Also bitte keine Proben ins Tiefkühlfach!

Um ein verwertbares und rasches Ergebnis zu erhalten, muss man auf viele Kleinigkeiten achten. Verlässliche Befunde sind aber unumgänglich für eine gute Mastitistherapie.

 

Quelle: LK NÖ/Johanna Mandl

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