Arbeitsgruppe zur Förderung von Eutergesundheit und Milchhygiene in den Alpenländern e.V.

Romana Berger - Trockenstellmanagement

Romana Berger - Trockenstellmanagement

Die Datenerhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Landeskontrollverband (LKV) Niederösterreich. Es wurde ein Fragebogen per E-Mail an jene 2.774 LKV-Mitglieder versandt, die eine E-Mailadresse besitzen. Das entspricht etwa 80% der insgesamt 3.479 LKV-Betriebe in Niederösterreich (LKV, 2016). Insgesamt sind 1.081 Beantwortungen online eingegangen. Die Rücklaufquote liegt somit bei beachtlichen 39%.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage für die Praxis:

  • Mehr als die Hälfte der Betriebe (55%) stellt die Kühe abrupt trocken. Das abrupte Trockenstellen ist der allmählichen Methode vorzuziehen. Bei einer Milchleistung zum Zeitpunkt des Trockenstellens über 13 kg pro Kuh und Tag kann es sinnvoll sein, die allmähliche Methode anzuwenden. Energiereduzierte Fütterung vor dem Trockenstellen unterstützt die Kuh bei der Stoffwechselumstellung.
  • Ein Drittel der Befragten (31%) verabreicht jeder Kuh beim Trockenstellen antibiotische Trockensteller. Der Großteil der Befragten (55%) verwendet antibiotische Trockensteller selektiv und entscheidet kuhindividuell. 14% der Befragten gaben an, nie antibiotische Trockensteller zu verwenden. Sofern die Eutergesundheit der Herde in Ordnung ist, ist das generelle antibiotische Trockenstellen zu hinterfragen. Das selektive Trockenstellen ist zu bevorzugen.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55%) wählt die antibiotischen Trockensteller auf Basis einer bakteriologischen Untersuchung aus. Nur der gezielte Antibiotikaeinsatz nach einem Erregernachweis (Bakteriologische Milchuntersuchung) kann beim Trockenstellen empfohlen werden.
  • Nur 12% der Befragten verwenden regelmäßig interne Zitzenversiegler. Die Befragung hat gezeigt, dass Zitzenversiegler zwar selten, aber vielfach falsch appliziert werden (64%). Interne Zitzenversiegler verhindern das Eindringen von Mastitiserregern in die Zitzen während der Trockenstehzeit und verringern die Gefahr für Neuinfektionen. Zitzenversiegler können bei gesunden Eutern mit schlechtem Schließmuskel anstelle von Antibiotika eingesetzt werden und bei euterkranken Kühen auch in Kombination mit antibiotischen Trockenstellern. Der interne Zitzenversiegler wird mit einem Injektor nach dem letzten Melken in die Zitze appliziert. Davor wird die Zitze mit zwei Fingern abgeklemmt. Nicht hochmassieren. Beim ersten Melken nach der Abkalbung wird die Paste wieder herausgemolken.

Die vollständige Masterarbeit zum Herunterladen gibt es hier: